Das Wiener Praterstadion | Ernst-Happel-Stadion

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Beschreibung

Bernhard Hachleitner
Das Wiener Praterstadion | Ernst-Happel-Stadion
Bedeutungen, Politik, Architektur und urbanistische Relevanz

Ausgezeichnet mit dem „Michael Mitterauer - Preis für Gesellschafts-, Kultur- und
Wirtschaftsgeschichte 2011“


350 Seiten | 29,7 x 21 cm | Softcover | ISBN: 978-3-85493-193-5


ABVERKAUFSPREIS: EUR 20,00

Ausgangspunkt ist die Frage, wie die historische Analyse des Wiener Praterstadions (seit 1993: Ernst - Happel - Stadion) einen Beitrag zum Verständnis breiterer sozioökonomischer und politischer Entwicklungen in Wien (und darüber hinaus) leisten kann. Der Untersuchungszeitraum führt von der Ersten Republik bis in die Gegenwart, von der 2. Arbeiterolympiade (1931) bis zur Fußball - Europameisterschaft im Jahr 2008. Es geht um die Frage nach der Kontrolle über den Raum des Stadions, den Wechselwirkungen zwischen Architektur und ihren "Usern" sowie zwischen Stadion und Stadt in wechselnden Perioden. Es zeigt sich dabei einerseits die immer stärker werdende Kontrolle über diesen Raum, anderseits eine Privatisierung dieser Kontrolle. Was das Praterstadion (entworfen von dem deutschen Architekten Otto Ernst Schweizer, eröffnet 1931) auf den ersten Blick von fast allen anderen Bauten des Roten Wien und den anderen Stadien seiner Zeit unterscheidet, ist sein strikt funktionalistischer Stil. Eisenbeton und Glas dominierten sein Erscheinungsbild, auf jegliche Ornamentik wurde verzichtet. Das Stadion war ein Ort von sportlichen und kulturellen Massenveranstaltungen aber auch ein Ort der politischen Geschichte: In den ersten Jahren fanden in ihm zahlreiche Veranstaltungen der Sozialdemokratie statt. Nach dem Bürgerkrieg vom Februar 1934 und der Etablierung des austrofaschistischen Regimes, des "Ständestaates", sollte das Stadion politisch umgedeutet werden: Das egalitäre Konzept des Publikumsraums entsprach nicht den Vorstellungen der neuen Machthaber. Besonders stark (aber nicht absolut) war der durch den "Anschluss" Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland (1938) verursachte Bruch im Betrieb des Stadions. Das Stadion war während der NS - Herrschaft für mehrere Wochen zu einem Deportationslager geworden. Insgesamt dominierte aber in allen Phasen die – beim Bau eines Stadions intendierte und von seiner Architektur her präferierte – Nutzung als Ort von Massenveranstaltungen. Während die Kontroll- und Überwachungsmechanismen über den Raum des Stadions und seiner Umgebung ab den späten 1950er Jahren immer weiter ausgebaut worden sind, haben seither staatliche und kommunale Behörden immer mehr die Herrschaft über die Regeln dieser Kontrolle verloren. Mediatisierung und Kommerzialisierung sind die wesentlichen Triebfedern dieser Entwicklung. Das zeigte sich bereits beim Ausbau (1956 – 1959), als die Wünsche von ÖFB und Fernsehen nach stärkerer Hierarchisierung eine zentrale Rolle spielten. Die Euro 2008 bildete den Höhepunkt dieser gegen läufigen Entwicklungen, zu denen auch eine Ästhetisierung der Kontrolle gehört.

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